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Lohndumping in Deutschland: Was wird dagegen getan?

  • Von Jan Frederik Strasmann, LL. M.
  • Letzte Aktualisierung am: 18. August 2025
  • Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten
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Key Facts

  • Beim Lohndumping liegen die Löhne deutlich unter dem branchenüblichen oder gesetzlichen Niveau und reichen häufig nicht zur Existenzsicherung aus.
  • Betroffen von Dumpinglöhnen sind häufig Geringqualifizierte, Beschäftigte in der Zeitarbeit oder Arbeitskräfte aus dem Ausland.
  • Wird durch Lohndumping gegen den Mindestlohn verstoßen, können Bußgelder und Strafen drohen.

Was fällt unter den Begriff „Lohndumping“?

Was ist Lohndumping? Im Ratgeber einfach erklärt!
Was ist Lohndumping? Im Ratgeber einfach erklärt!

Inhalt

  • Was fällt unter den Begriff „Lohndumping“?
    • Droht für Lohndumping eine Strafe?
  • FAQ: Lohndumping

Lohndumping beschreibt das bewusste Unterbieten üblicher oder gesetzlicher Löhne. Arbeitgeber zahlen dabei ihren Beschäftigten ein so geringes Gehalt, dass dieses kaum zum Leben reicht – oft trotz voller Arbeitszeit. Besonders häufig kommt Lohndumping bei Zeitarbeit und in der Saisonarbeit vor. Betroffen sind zudem Menschen mit geringer Qualifizierung und Arbeitskräfte aus dem Ausland. Zu den betroffenen Branchen zählen dabei unter anderem der Bau, die Pflege und die Gastronomie.

Eine Maßnahme zur Vermeidung von Lohndumping ist der Mindestlohn. Dieser soll für alle Arbeitnehmer eine angemessene Lebensgrundlage sichern und die soziale Teilhabe ermöglichen. Darüber hinaus sorgen das Tarifvertragsgesetz (TVG) und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) faire Arbeitsbedingungen.

Dennoch gibt es noch immer Praktiken, die Lohnstandards systematisch unterlaufen. Zu diesen zählen unter anderem die Scheinselbstständigkeit, Werkverträge oder die Umgehung von Tarifverträgen. Auch die Anrechnung von Trinkgeld oder Naturalien auf das Gehalt sowie die Nichtbezahlung von Überstunden oder Zuschlägen können dazu führen, dass Mitarbeiter nur einen Dumpinglohn erhalten.

Welche Vor- und Nachteile Lohndumping hat, zeigt die nachfolgende Übersicht. Die Vorteile liegen dabei ausschließlich bei den ausbeutenden Unternehmen, wohingegen die Nachteile sowohl die Arbeitnehmer als auch die Gesellschaft und das Sozialsystem betreffen.:

Vor­teile von Lohn­dumpingNach­teile von Lohn­dumping
Senkung der Lohn­kostenErwerbs­armut trotz Arbeit
Redu­zierung der Sozial­beiträgeZusätz­liche Belas­tung der Sozial­systeme (Auf­stocker)
Stei­gerung der Gewinn­margenGerin­gere Kauf­kraft der Haus­halte
Wett­bewerbs­vor­teileWett­bewerbs­ver­zerrung
Flexible Personal­politikGeringe Motivation der Mit­arbeiter
Mehr Flexi­bilität durch Out­sourcingVerlust von Fach­kräften
Ab­hängig­keit der Ange­stelltenZuneh­mende soziale Un­gleich­heit und Spal­tung
Günstige Arbeits­kraftAus­beutung von Arbeits­kräften

Droht für Lohndumping eine Strafe?

Zahlt ein Arbeitgeber nur einen Dumpinglohn, kann neben einem Bußgeld auch eine Freiheitsstrafe drohen.
Zahlt ein Arbeitgeber nur einen Dumpinglohn, kann neben einem Bußgeld auch eine Freiheitsstrafe drohen.

Verstößt Lohndumping gegen das Gesetz – insbesondere die Vorgaben zum Mindestlohn – müssen die verantwortlichen Arbeitgeber mit Sanktionen rechnen. Der Zoll, genauer gesagt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), überprüft die Einhaltung dieser Vorschriften.

Ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz (MiLoG) stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die Bußgelder in Höhe von bis zu 500.000 Euro nach sich ziehen kann. Zudem können die geschädigten Arbeitnehmer Gehaltsnachzahlungen und ggf. Schadensersatz fordern.

Darüber hinaus kann gemäß § 266a Strafgesetzbuch (StGB) für die Vorenthaltung und das Veruntreuen von Arbeitsentgelt eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren drohen. Dieser Straftatbestand liegt vor, wenn Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung nicht abführen. Dies kann der Fall sein, wenn Angestellte zu wenig Lohn erhalten und dadurch auch die Sozialversicherungsbeiträge zu gering ausfallen. Die Sozialversicherungsträger können die nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge zudem oft auch für einen längeren Zeitraum nachfordern.

Darüber hinaus müssen Unternehmen, die Lohndumping betreiben, laut § 19 MiLoG damit rechnen, dass sie aus der Vergabe von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden. Dies kann insbesondere für Betriebe im Bau- oder Reinigungssektor existenzbedrohend sein.

Auch bei der Entstehung bzw. der Verschärfung von einem betrieblichen Fachkräftemangel kann Lohndumping von Bedeutung sein. So wechseln qualifizierte Arbeitskräfte üblicherweise zu besser zahlenden Unternehmen ab. Ist in der jeweiligen Branche bekannt, dass ein Unternehmen nur einen Dumpinglohn bezahlt, wird zudem die Rekrutierung neuer Mitarbeiter erschwert. Nicht zuletzt nimmt auch das Image des Unternehmens Schaden.

FAQ: Lohndumping

Was bedeutet Lohndumping?

Lohndumping liegt laut Definition vor, wenn Arbeitgeber Löhne zahlen, die deutlich unter dem in einer bestimmten Branche, Region oder für eine vergleichbare Tätigkeit üblichen oder tarifvertraglich festgelegten Niveau liegen.

Ist Lohndumping strafbar?

Verstoßen Arbeitgeber gegen den gesetzlichen Mindestlohn, können Bußgelder von bis zu 500.000 Euro drohen. Für das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt kann zudem eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren drohen.

Wer kontrolliert Lohndumping?

Die Einhaltung des Mindestlohns und der tariflichen Standards wird durch den Zoll, genauer die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, überwacht. Zudem sind auch die Gewerbeaufsichtsämter und die Betriebsräte zuständig.

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Über den Autor

Jan Frederik Strasmann (Rechtsanwalt)
Jan Frederik Strasmann, LL. M.

Jan Frederik Strasmann schreibt für arbeitsrechte.de u. a. über Themen zu Kündigung und Abmahnung. Er studierte an der Universität Bremen und absolvierte sein Referendariat am OLG Celle. Seinen Master of Laws (LL. M.) erwarb er in Dublin. Seit 2014 ist er zugelassener Rechtsanwalt.

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