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Leistungsentgelt: Mehr Motivation durch höhere Bezahlung?

  • Von Jan Frederik Strasmann, LL. M.
  • Letzte Aktualisierung am: 18. August 2025
  • Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten
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Key Facts

  • Das Leistungsentgelt (auch Leistungslohn) ist eine Vergütungsform, bei der die Höhe des Lohn direkt von der individuellen Arbeitsleistung abhängt.
  • Es gibt verschiedene Arten des Leistungslohns, darunter Prämienlohn, Akkordlohn und Leistungsprämie.
  • Im öffentlichen Dienst (TVöD) beträgt das Leistungsentgelt 2% der jährlichen Gehaltssumme und wird in der Regel im März des Folgejahres zusätzlich zum regulären Gehalt ausgezahlt.

Was ist der Leistungslohn: Eine Definition

Leistungslohn ist eine Vergütung, die sich an der erbrachten Arbeitsleistung orientiert.
Leistungslohn ist eine Vergütung, die sich an der erbrachten Arbeitsleistung orientiert.

Inhalt

  • Was ist der Leistungslohn: Eine Definition
    • Die generellen Voraussetzungen für einen Leistungslohn
    • Unterschied zwischen Zeitlohn und Leistungslohn
  • Wann besteht Anspruch auf Leistungsentgelt im TVöD?
    • Wie berechnen Sie das Leistungsentgelt im TVöD?
  • FAQ: Leistungsentgelt

Der Leistungslohn, auch als Leistungsentgelt bekannt, ist eine besondere Form des Arbeitsentgelts, bei der die Höhe der Vergütung direkt von der individuell erbrachten Arbeitsleistung der Beschäftigten abhängt. Diese Entlohnungsmethode zielt darauf ab, Mitarbeiter durch finanzielle Anreize zu höherer Leistung zu motivieren.

Es gibt verschiedene Arten, wie Sie das Leistungsentgelt erhalten können. Beispiele dafür sind:

  • Prämienlohn: Hierbei erhalten Sie neben einem Grundgehalt zusätzliche Prämien für erbrachte Leistungen.
  • Akkordlohn: Diese Form orientiert sich an der Menge der erbrachten Arbeitsleistung.
  • Leistungsprämie: Diese Zielprämie wird auf Grundlage einer Zielvereinbarung gezahlt.

Die generellen Voraussetzungen für einen Leistungslohn

Voraussetzungen für den Leistungslohn sind z. B. klare Leistungsziele und eine gerechte Bewertung.
Voraussetzungen für den Leistungslohn sind z. B. klare Leistungsziele und eine gerechte Bewertung.

Zunächst sind klare Leistungskriterien erforderlich, die messbar und nachvollziehbar definiert sind, um eine objektive Beurteilung der Arbeitsleistung zu ermöglichen. Transparenz spielt dabei eine entscheidende Rolle: Der Arbeitgeber muss die Mitarbeiter vorab über die Leistungsvorgaben und informieren.

Zudem sollten die Berechnungsgrundlagen verständlich kommuniziert und in der Lohnabrechnung ersichtlich sein. Damit das Leistungsentgelt funktioniert, muss Messbarkeit der Leistung durch geeignete Systeme gewährleistet sein, die eine zuverlässige und objektive Erfassung der Arbeitsleistung ermöglichen

Darüber hinaus sollten die Zielvorgaben realistisch und motivierend sein, ohne übermäßigen Druck auszuüben. Faire Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass alle betroffenen Beschäftigten unter gleichen Voraussetzungen arbeiten. Zudem ist beim Leistungsentgelt ein existenzsichernder Grundlohn erforderlich, der nicht vollständig von der individuellen Leistung abhängt.

Unterschied zwischen Zeitlohn und Leistungslohn

Leistungslohn: Nachteile sind z. B. die fehlende Planungssicherheit für Arbeitnehmer.
Leistungslohn: Nachteile sind z. B. die fehlende Planungssicherheit für Arbeitnehmer.

Ob es sich um einen Zeit- oder Leistungslohn handelt, hängt von der Bemessungsgrundlage für die Vergütung ab.

Im Gegensatz zum Leistungsentgelt – bei dem sich die Vergütung nach der tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung richtet – erfolgt die Bezahlung beim Zeitlohn ausschließlich auf Basis der geleisteten Arbeitszeit, unabhängig von der erbrachten Leistung. Häufige Formen des Zeitlohns sind Stunden-, Tages-, Wochen- oder Monatslöhne.

Sowohl Zeit- als auch Leistungslohn haben eigene Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die verschiedenen Aspekte:

LohnformVorteileNachteileTypische Berufe
Zeitlohn- Planungssicherheit für Arbeitnehmer
- Fokus auf Qualität statt Quantität
- Einfache Berechnung
- Geeignet für komplexe, kreative Aufgaben
- Keine direkten Leistungsanreize
- Kann Motivation beeinträchtigen
- Keine Möglichkeit, Einkommen durch Mehrarbeit zu steigern
- Bürojobs
- Gesundheitswesen (z.B. Ärzte, Krankenpfleger)
- Lehrer
Leistungslohn- Direkte Verknüpfung von Leistung und Vergütung
- Kann Produktivität steigern
- Möglichkeit, Einkommen durch Mehrleistung zu erhöhen
- Kann zu Stress und Überarbeitung führen
- Qualität kann unter Zeitdruck leiden
- Schwieriger zu berechnen
- Weniger Planungssicherheit für Arbeitnehmer
- Vertrieb und Verkauf
Produktion (z.B. Akkordarbeit)
- Handwerk
- Logistik

Der Zeitlohn eignet sich besonders für Tätigkeiten, bei denen die Qualität im Vordergrund steht oder die Leistung schwer messbar ist, wie z.B. in der Verwaltung oder im Gesundheitswesen. Der Leistungslohn hat seine Vorteile vor allem in Bereichen mit klar messbaren Ergebnissen, wie im Vertrieb oder in der Produktion.

Wann besteht Anspruch auf Leistungsentgelt im TVöD?

Der Anspruch auf Leistungsentgelt ist im TVöD geregelt.
Der Anspruch auf Leistungsentgelt ist im TVöD geregelt.

Grundsätzlich haben alle Beschäftigten, die unter den Geltungsbereich des TVöD fallen, Anspruch auf die leistungsorientierte Bezahlung. § 18 TVöD ist dabei die Grundlage, aus der dieser Anspruch resultiert.

Das Leistungsentgelt hat zum Ziel, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern sowie Motivation, Eigenverantwortung und Führungskompetenz zu stärken: 

Die leistungs- und/oder erfolgsorientierte Bezahlung soll dazu beitragen, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern. Zugleich sollen Motivation, Eigenverantwortung und Führungskompetenz gestärkt werden.

Wie berechnen Sie das Leistungsentgelt im TVöD?

Nach § 18 TVöD wird beim Leistungsentgelt die Berechnung auf folgenden Grundlagen durchgeführt:

  • Die Ermittlung des Leistungsentgelts erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, bei dem zunächst das Leistungsniveau der Beschäftigten bewertet und dann die Verteilung der Finanzmittel festgelegt wird.
  • Kriterien für die Bewertung können u.a. sein: Arbeitsmenge, Arbeitsqualität, Kundenorientierung und Teamfähigkeit. Die genaue Ausgestaltung der Kriterien und des Bewertungssystems wird durch Betriebs- oder Dienstvereinbarungen geregelt.

Das Leistungsentgelt im öffentlichen Dienst beträgt insgesamt 2 Prozent der monatlichen Gehälter aller TVöD-Beschäftigten des Arbeitgebers aus dem Vorjahr. Doch wann wird das Leistungsentgelt im TVöD ausgezahlt? Dies geschieht jährlich zusätzlich zum Tabellenentgelt, in der Regel mit der Entgeltabrechnung für den Monat März des Folgejahres. 

Leistungsentgelt im TVöD: Berechnung an einem Beispiel

Ein Anspruch auf Leistungsentgelt besteht auch bei Altersteilzeit.
Ein Anspruch auf Leistungsentgelt besteht auch bei Altersteilzeit.

Ein öffentlicher Arbeitgeber mit 100 Beschäftigten zahlt im Durchschnitt 3.000 Euro pro Monat. Die gesamte Jahresentgeltsumme beträgt somit 3,6 Millionen Euro. Davon werden 2 Prozent (72.000 Euro) für das Leistungsentgelt bereitgestellt.

Die Verteilung erfolgt nach Punkten (z. B. 0–100). Angenommen, der Punktwert beträgt 10 €, dann ergibt sich:

  • Mitarbeiter A (90 Punkte): 900  Euro
  • Mitarbeiter B (75 Punkte): 750 Euro
  • Mitarbeiter C (60 Punkte): 600 Euro

Zum Leistungsentgelt im TVöD gelten ohne Betriebsvereinbarung folgende Regelungen:

  • Beschäftigte erhalten ein undifferenziertes Leistungsentgelt in Höhe von sechs Prozent ihres individuellen Tabellenentgelts für den Monat September des Vorjahres.
  • Diese Auszahlung erfolgt in der Regel mit dem Dezembergehalt des Folgejahres.

Anspruch auf Leistungsentgelt bei Altersteilzeit haben alle Beschäftigen, sofern sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Gemäß § 24 Abs. 2 TVöD erhalten Teilzeitbeschäftigte alle Entgeltbestandteile anteilig nach dem zeitlichen Umfang ihrer individuell vereinbarten Arbeitszeit. Für Altersteilzeitbeschäftigte im Teilzeitmodell gelten hinsichtlich der Leistungsbewertung die Ausführungen zur Teilzeitarbeit. 

FAQ: Leistungsentgelt

Was ist das Leistungsentgelt nach TVöD § 18?

Das Leistungsentgelt nach TVöD § 18 ist eine zusätzliche, leistungsabhängige Vergütung im öffentlichen Dienst, die neben dem regulären Lohn gezahlt wird. Es soll die Arbeitsmotivation und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten fördern.

Was ist ein Beispiel für einen Leistungslohn?

Ein typisches Beispiel für Leistungslohn ist der Akkordlohn in der Fertigungsindustrie. Dabei erhält ein Mitarbeiter einen Grundlohn plus einen zusätzlichen Betrag pro produzierter Einheit, was die Produktivität steigern soll. Weitere Beispiele finden Sie hier.

Wann hat man Anspruch auf Leistungsentgelt bei Geltung des TVöD?

Grundsätzlich haben alle Beschäftigten, die unter den Geltungsbereich des TVöD fallen, Anspruch auf das Leistungsentgelt. Wie es berechnet wird, erfahren Sie an dieser Stelle.

Quellen und weiterführende Links

  • § 18 TVöD
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Über den Autor

Jan Frederik Strasmann (Rechtsanwalt)
Jan Frederik Strasmann, LL. M.

Jan Frederik Strasmann schreibt für arbeitsrechte.de u. a. über Themen zu Kündigung und Abmahnung. Er studierte an der Universität Bremen und absolvierte sein Referendariat am OLG Celle. Seinen Master of Laws (LL. M.) erwarb er in Dublin. Seit 2014 ist er zugelassener Rechtsanwalt.

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