Key Facts
- Befristete Verträge enden grundsätzlich automatisch durch Zeitablauf, ohne dass eine Kündigung erforderlich ist.
- Eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit ist nur zulässig, wenn dies im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ausdrücklich vereinbart wurde.
- Bei schwerwiegenden Gründen bleibt das Recht zur außerordentlichen Kündigung innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist für beide Seiten immer bestehen.
Befristeter Arbeitsvertrag: Kann eine Kündigung ausgesprochen werden?
Inhalt
Ein befristeter Arbeitsvertrag unterscheidet sich grundlegend von einem unbefristeten Modell. Laut § 15 TzBfG endet das Arbeitsverhältnis automatisch, wenn der befristete Arbeitsvertrag sein Ende zum vereinbarten Datum erreicht.
Eigentlich ist eine ordentliche Kündigung, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag besteht, gesetzlich nicht vorgesehen. Eine vorzeitige Beendigung ist nur dann möglich, wenn:
- eine entsprechende Klausel zur Kündigung im befristeten Arbeitsvertrag enthalten ist.
- ein anwendbarer Tarifvertrag (z. B. eine Kündigung im befristeten Arbeitsvertrag nach TVöD) diese Möglichkeit vorsieht.
Fehlt eine solche Vereinbarung, müssen beide Seiten den Vertrag bis zum Schluss erfüllen. So muss man einen befristeten Arbeitsvertrag nicht kündigen, damit er rechtzeitig endet. Er läuft dann ohne weiteres aus.
Kündigungsfrist: Befristeter Arbeitsvertrag
Wenn die ordentliche Kündigung im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, hängt die Kündigungsfrist davon ab, was festgelegt wurde:
- Vertragliche Regelung: Meist legen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Vertrag fest, wie lange die Frist dauert.
- Gesetzliche Frist: Greift keine vertragliche Regelung, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist für den befristeten Arbeitsvertrag nach § 622 BGB. In der Regel sind dies vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
- Öffentlicher Dienst: Für die Kündigungsfrist wird ein befristeter Arbeitsvertrag an den TVöD angepasst. Diese Frist richtet sich nach der Beschäftigungszeit und kann von den allgemeinen Regeln abweichen.
Wie kann ich den befristeten Arbeitsvertrag kündigen als Arbeitnehmer?
Möchten Sie den befristeten Arbeitsvertrag kündigen (als Arbeitnehmer), prüfen Sie Ihren Vertrag zuerst auf eine Kündigungsklausel. Ist für den befristeten Arbeitsvertrag keine Kündigung durch den Arbeitnehmer vorgesehen, bleibt Ihnen oft nur der Weg über einen Aufhebungsvertrag in gegenseitigem Einvernehmen.
Ist die Klausel jedoch vorhanden, kann ein befristeter Arbeitsvertrag die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer festlegen oder die gesetzliche Frist wird angewendet.
Kann ein befristeter Arbeitsvertrag in der Probezeit gekündigt werden? Arbeitnehmer, deren befristeter Arbeitsvertrag eine Kündigung erlaubt, müssen sich an die Frist von zwei Wochen halten. Liegt ein befristeter Arbeitsvertrag vor, greift nach der Probezeit für die Kündigung eine verlängerte Frist.
Außerordentliche und fristlose Kündigung, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag besteht
Dennoch haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden, auch wenn keine Klausel im Vertrag steht. Die außerordentliche Kündigung ist gemäß § 626 BGB möglich, wenn ein wichtiger Grund zur Kündigung vorliegt.
Ein befristeter Arbeitsvertrag entzieht dieses Recht nicht. Ein solcher Grund liegt vor, wenn die Fortsetzung des Verhältnisses bis zum regulären Ende unzumutbar ist. Beispiele sind:
- Ausbleibende Lohnzahlungen über mehrere Monate
- Gewalt, Drohungen oder sexuelle Belästigung
- Schwere Verstöße gegen den Arbeitsschutz
Ist eine Kündigung vor Arbeitsbeginn möglich?
Möchten Sie einen befristeten Arbeitsvertrag vor Antritt kündigen, ist das nur erlaubt, wenn der Vertrag dies nicht ausdrücklich verbietet. Ohne Erlaubnis müssten Sie die Arbeit theoretisch erst aufnehmen und dann unter Einhaltung der Frist kündigen.
Was passiert, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag bei Krankheit oder Schwangerschaft ausläuft?
Das Arbeitsverhältnis endet zum Stichtag, auch wenn Sie weiterhin arbeitsunfähig sind. Eine gesonderte Kündigung ist nicht nötig, da die Befristung automatisch greift. Auch eine Schwangerschaft schützt nicht vor dem Vertragsende: Der gesetzliche Mutterschutz verhindert zwar eine aktive Entlassung, verlängert aber nicht die vereinbarte Laufzeit des Vertrages.
Befristeter Arbeitsvertrag: Die Kündigung durch den Arbeitgeber
Auch bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber im befristeten Arbeitsvertrag gelten strenge Regeln. Eine betriebsbedingte Kündigung, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag besteht, ist nur bei vereinbarter Kündigungsoption möglich.
Zudem gibt es für das Ende des befristeten Arbeitsvertrags eine Informationspflicht des Arbeitgebers. Er sollte Sie frühzeitig informieren, ob eine Übernahme geplant ist.
Eine Umwandlung vom befristeten Arbeitsvertrag in ein unbefristetes Verhältnis ist möglich. Arbeiten Sie nach dem Fristende einfach weiter und der Arbeitgeber widerspricht nicht, erfolgt beim befristeten Arbeitsvertrag eine stillschweigende Verlängerung; die Kündigungsfrist richtet sich ab dann nach den allgemeinen gesetzlichen Regeln.
FAQ: Befristeter Arbeitsvertrag Kündigung
Eine vorzeitige Kündigung, wenn ein befristetes Arbeitsverhältnis besteht, ist für Sie nur bei einer entsprechenden Vertragsklausel möglich. Ohne diese Regelung bleibt Ihnen nur ein Aufhebungsvertrag oder eine fristlose Kündigung bei einem wichtigen Grund.
Die Fristen sind in Ihrem Arbeitsvertrag oder dem geltenden Tarifvertrag festgelegt. Fehlen die Regelungen dort, gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 622 BGB).
In der vereinbarten Probezeit gilt meist eine verkürzte Frist von zwei Wochen. Nach Ablauf dieser Phase ist eine ordentliche Kündigung jedoch nur wieder zulässig, wenn Ihr Vertrag eine spezielle Klausel hierzu enthält.
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